Ein Zuhause mit Geschichte
Neunzehn Jahre lang hatten wir in unserem Häuschen kuschelige Fußbodenheizung und Sonnenlicht in jeder Ecke. Heute wohnen wir in einer Wohnung von 1875. Hohe Decken. Knarzender Eichenboden. Ecken, in denen es früh dunkel wird. Alte Heizkörper, die im Winter pfeifen, und Fensterscheiben, die unter vier Grad jeden Morgen anlaufen.
Ich habe mich sofort verliebt. Und im ersten Winter verzweifelt.
Im Sommer 2025 mussten wir eine Mietwohnung suchen. Nicht in Ruhe, nicht mit Zeit, sondern mitten in einer Phase, in der sich unser ganzes Leben veränderte. Gefunden haben wir sie in Badenweiler - einem Luftkurort mit großem mediterranen Park, der fast vor unserer Haustür beginnt.
Ende August 2025 öffneten wir zum ersten Mal die Tür und standen in einer Wohnung wie keiner anderen - ehemals Speisesaal eines Hotels, und das sah man ihr an. Den Stuck an fast 3,70 Meter hohen Decken hat jemand vor 150 Jahren von Hand gezogen. Original Eichenparkett. Riesiges Badezimmer. Blick ins Grüne von jedem Fenster aus. Große Terrasse.
Aber ein alter Bau aus Bruchstein ist nicht nur schön. Er macht, was er will - nicht, was ich will.
Das Licht in Nordzimmern bleibt kühl, auch wenn draußen die Sonne scheint. In vielen Ecken wird es früh dunkel. Nur zwei Fenster haben Rollläden. Einen Flur gibt es nicht - man kommt vom Treppenhaus direkt ins Wohnzimmer. Im Winter ist es eisig, im Sommer viel zu heiß. Richtig Sonne bekommen wir nur im Hochsommer. Im Winter steht sie so tief, dass sie es kaum zu uns schafft.
Nichts davon lässt sich „wegplanen“ - wir mussten also mit der Wohnung arbeiten, nicht gegen sie.
Wir haben nicht neu gekauft. Wir haben neu geschaut.
Als wir einzogen, hatten wir so gut wie kein Budget. Wir konnten nicht losziehen und einfach alles neu besorgen. Wir haben genommen, was schon da war. Möbel aus dem alten Leben kamen an neue Plätze. Ein bisschen Material aus dem Baumarkt wirkte Wunder. Dazu etwas Farbe, Beize und viele kreative Ideen.
Wie diese Wohnung trotz all ihrer Macken zu unserem neuen Zuhause wurde, zeige ich dir hier im Blog. Spoiler: Es gibt nicht nur schönen Boden und noch schönere Decken, sondern auch echte Lösungen für echte Altbau-Probleme. Alles, ohne ein Vermögen auszugeben.
Komm herein.
In meinen Beiträgen nehme ich dich mit durch unsere Wohnung. Ich zeige dir Idee für Idee, wie wir sie gestaltet haben - vom selbstgebauten Raumtrenner und der Küchenlampe bis zu kleinen Tricks für mehr Licht in nördlichen Räumen.
Unsere selbstgemachte Hängelampe über der Kücheninsel
Bei der Besichtigung dachten wir: Hier fehlt nur noch eine Lampe. Woanders hätten wir in der Zeit eine ganze Küche eingebaut. Wie aus einem Ast für 16,95 Euro, fünf Fassungen und viel Geduld unsere Kücheninsel-Lampe wurde.
Lichtmangel im Altbau: Kleine Tricks mit großer Wirkung
Als wir Ende November eingezogen sind, hat mir das Licht so gefehlt, dass es wehtat. Die hohen Decken, der dunklere Boden, die Nordseite, der Winter. Nichts davon lässt sich ändern. Aber mit kleinen Tricks habe ich unser neues Zuhause heller gemacht. Und mich gleich mit.
Wollteppich mit kleinem Budget: Es hat funktioniert
Ein Wollteppich in der Größe, die dieses Wohnzimmer braucht, kostet schnell vierstellig. Wir hatten dafür kein Geld - aber einen eiskalten Holzboden und mich, die notorische Frostbeule. Wie aus einem Reststück Teppichboden aus dem Baumarkt unser Lieblingsteppich wurde.
Eine Wohnung ohne Flur - unser selbstgebauter Raumtrenner
Man öffnete unsere Wohnungstür und stand mittendrin. Kein Flur, kein Platz für Schuhe, und der Blick ging sofort durch das ganze Wohnzimmer. Also haben wir selbst einen Raumtrenner gebaut: aus Billy Regalen, Baumarkt-Holz und Beize im Eicheton.
Mit mir arbeiten
Seit über 20 Jahren gestalte ich Räume für Kinder. Im Fantasyroom Studio berate ich Familien unabhängig und plane Kinderzimmer, die zum Kind, zum Alltag und zum Zuhause passen.
