Meine erste Begegnung mit Gott
März 2024, vier Uhr morgens. An Schlaf war nicht zu denken. Zwei Stunden hatte ich mich schon gewälzt, das Kissen nass von Tränen, der Kopf voll. Ich lief durchs Haus, von Zimmer zu Zimmer, und fand nirgends Ruhe. Ich wollte nur schlafen. Ob ich wieder aufwachen würde, war mir egal.
Damals schlief ich kaum länger als drei Stunden. Und selbst diese selten am Stück. Jede Nacht hielten mich dieselben Gedanken wach: die Sorgen, der Kampf um mein Unternehmen. Ein Kampf, der sich Woche für Woche aussichtsloser anfühlte.
In dieser Zeit fand unser Sohn zum Glauben. Ich war neugierig, aber voller Zweifel. Ich war doch immer auf mich allein gestellt gewesen. Und jetzt sollte ich alles „an Gott übergeben“? Wie denn? Und warum?
Seit ich denken kann, habe ich repariert. Im Elternhaus. In der Familie. Im Unternehmen. Ich war der Klebstoff, der alles zusammenhielt. Für jedes Problem hatte ich eine Lösung - schnell denken, schnell lösen, weiter zum nächsten. Jeder, der zu mir kam, ging mit einem Problem weniger. Nur ich blieb irgendwann darunter vergraben.
Aber in dieser Nacht war etwas anders. Ich drohte zu ersticken. Ich wollte nur, dass es aufhört. In mir war kein Platz mehr - nicht für die Angst, nicht für die Erschöpfung, nicht für die Verzweiflung. Ich legte mich auf den Rücken, beide Hände auf die Brust, Tränen liefen, und ich hörte mich Gott anflehen: Was soll ich tun? Bitte, sag mir, was ich tun soll. Wieder und wieder. So lange, bis die Worte in jeder Faser meines Körpers zu spüren waren.
Und dann wurden meine Augen trocken. Eine Wärme legte sich über mein Gesicht und glitt an beiden Seiten meines Körpers hinab, bis zu den Füßen. Als würde ich in riesige, warme Hände sinken. Das Bett wurde weich und fing an, mich zu wiegen, ganz sanft, wie ein Kind, das in den Schlaf getragen wird. Eine Ruhe, die ich nicht kannte. Ich drehte mich auf die Seite und schlief ein.
Ich hatte nichts erwartet.
Ich wusste nicht, was da geschah.
Und ich habe es mir nicht eingebildet.
Am nächsten Morgen wachte ich auf und blieb einfach liegen. Ich hatte durchgeschlafen - mehrere Stunden am Stück, zum ersten Mal seit Monaten. Eingeschlafen war ich in Sekunden. Wie konnte das sein? War er da?
Ich wünschte, das wäre der Anfang eines geraden Weges gewesen. Von dieser Nacht an zu Gott - und nie wieder weg.
War es nicht.
Die Wahrheit ist: Ich habe lange gebraucht. Sehr lange.
Einen Schritt vor, zwei zurück, Tag für Tag, Monat für Monat. Ich habe Ruhe und Frieden erfahren in dieser Nacht - und hielt sie nicht fest. Ich betete und zweifelte im selben Atemzug, weil der Klebstoff in mir immer noch alles selbst zusammenhalten wollte. Loslassen - wirklich loslassen - konnte ich noch nicht.
Und doch: Ich hätte mein Unternehmen nie geschlossen, wenn ich nicht geglaubt hätte, dass Gott einen anderen Plan hat. Der Glaube war da. Mitten im Zweifel. Ganz losgelassen habe ich aber erst viel später. Im Übergang zwischen meinem alten und neuen Leben, in meiner dunkelsten Zeit.
Und heute? Wenn die Angst wieder kommt, wenn die Panik hochsteigt, wenn ich an die Restschulden denke - dann ziehe ich meine Schuhe an und gehe in den Park. Ich sage meine Lieblingsverse auf, wieder und wieder: bis ich glaube.
„Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir!“
Jesaja 41:13 HFA
